00:00:05: Herzlich willkommen zur IT-Woche, dem Podcast der Redaktion von InsideIT.
00:00:10: Mein Name ist Philipp Anz und ich begrüße als Gast in unserer heutigen Ausgabe Michael Steppaneck im Studio Esther Gründer und CEO der Firma CleverBee.
00:00:20: Herr Steppanek, könnten Sie sich kurz persönlich unseren Hörern vorstellen?
00:00:24: Zuerst einmal herzlichen Dank für die Einladung.
00:00:26: es mir eine Ehre hier zu sein.
00:00:30: In meiner Historie geht es zurück in die achtziger Jahre.
00:00:34: Die Unternehmerin ist tätig, seit der Neunziger in der IT.
00:00:36: Sie kommt aus dem ERPN-Feld und seit des Jahrhunderts existiert ein bisschen so wie sie heute ist.
00:00:46: Wir sind europaweit tätig als im Deutschsprach im Raum vor allem, etwas auch bei Benelux, etwas UK... und vielleicht einfach mal überblickend gesagt in den Raum der Digitalisierung von Unternehmen aus der Finanzbranche, aber auch aus Industrie als im Publix-Sektor, decken wir viele Themen ab ohne etwas in die Tiefe zu gehen.
00:01:10: Sie haben ja jetzt ein Jubiläumsjahr in diesem Sinne, für ihn von zwanzig Jahre.
00:01:15: So
00:01:16: ist das!
00:01:16: Wenn wir kurz zurückblicken IT-Digitalisierung hat sich wahnsinnig viel verändert, verändert sich auch im Moment sehr vieles.
00:01:24: Gibt es trotzdem etwas, was geblieben ist für sie in dieser Zeit?
00:01:29: Ja gut, mein Gebliebenen ist nach wie vor die Kundenbeziehung, gebliebene sind die Anforderungen der Kunden.
00:01:36: Die Kunden wollen einen Mehrwert haben für das Unternehmen.
00:01:39: Digitalisierung an sich ist ja nicht deren Kerngeschäft, deren Kern-Geschäft ist immer etwas anderes sei es Produktion von irgendwelchen Produkten, sei es Finanzdienstleistungen.
00:01:52: und die Digitalisierung ist nur ein Support um erfolgreich zu sein für diese Unternehmen und entsprechend wollen sie einen zuverlässigen, aktiven kompetenten Partner.
00:02:06: Und das ist geblieben ja!
00:02:08: Und entsprechend ich muss auch eines sagen haben wir auch sehr viele Kunden Das ist mir auch eine Freude das sagen zu können mit denen wir seit zwanzig Jahren zusammenarbeiten.
00:02:18: um das ist uns auch ein Anliegen.
00:02:21: Springen wir ins Jetzt.
00:02:22: Themen die uns aktuell beschäftigen.
00:02:24: auch da gibt es sehr viele.
00:02:25: Wir wollen uns in diesem Podcast ein bisschen auf Zwei fokussieren einerseits digitale Souveränität und dann auch in zweitem Teil die Bedeutung oder Veränderungen im Bereich Open Source.
00:02:37: Digitales Souveranität ist fast ein Trendmode Wort geworden, in den letzten ein zwei Jahren waren auf dem politischen Paket auch in der Schweiz, im Bundesparlament, in Kantonsparlamente gibt es Vorstöße.
00:02:52: Weshalb interessiert sich die Politik aktuell so für dieses Thema?
00:02:57: Gut, es gibt zwei Aspekte der digitalen Souveränität.
00:03:01: Das sind die geopolitischen Risiken, die natürlich die Regierung hier wahrnimmt und nicht nur die Regierung her.
00:03:09: Und dann gibt's auch die wirtschaftlichen Aspekten, das nehmen dann die Unternehmen wahr.
00:03:13: Wieso die Bundesregierung das nun wahrnimmst?
00:03:16: Wir haben jetzt ein Spannungsfeld zwischen den USA und Europa und überhaupt die geopolitische Lage ist etwas instabil Und man muss natürlich auch ehrliche Weise zu gestehen, dass sehr viele Deckunternehmen aus den USA stammen.
00:03:34: Das bergt gewisse Unsicherheiten.
00:03:36: Man will natürlich diese Abhängigkeit etwas reduzieren und da entsprechend ist auch dieses Initiative hart gestartet und entsprechend macht man Bestrebungen um eben dieser Abhängigkeiten nicht noch zu vertiefen im Gegenteil etwas zu reduzieren.
00:03:53: Unternehmen allerdings sehen das natürlich aus einem anderen Blickwinkel.
00:03:58: Was den Staat betrifft, empfehle ich unseren Hörerinnen und Hörern bei Inside IT online nachzulesen.
00:04:03: da gibt es einige Artikel zu den aktuellen Vorstößen und Diskussionen zum Beispiel auch was die Swiss Government Cloud betrifgt.
00:04:10: Sie haben die Unternehmen erwähnt?
00:04:12: Auch diese beschäftigen sich mit diesem Thema oder müssen sie ja auch beschäftigen?
00:04:17: Was bedeutet dann für ein Schweizer Unternehmen digitale Souveränität?
00:04:22: Es ist Unabhängigkeit.
00:04:24: Digitale Souveränität heißt digital unabhängig zu sein.
00:04:28: Man muss sich vorstellen, wenn man zurückblickt natürlich früher von noch vor zehn, fünfzehn Jahren hat man aus Unternehmen und braucht als Privatperson einfach eine Software-Lizenz gekauft ein Nutzungsrecht gekauft Und dann konnte man diese Lizenz eigentlich endlos nutzen.
00:04:48: Es wurden einem Upgrades angeboten, eventuell kostenpflichtige Wartungsverträge sozusagen wo man die Upgrades dann kostenlos bekommen hat.
00:04:58: Aber man war nicht verpflichtet das zu tun und das waren natürlich für die Softwarehäuser ein ewiges Rennen nach Neukunden.
00:05:06: Man musste immer wieder die Kunden überzeugen entweder Upgrades zu kaufen neue Kunden zu gewinnen.
00:05:11: mit der Cloud-Technologie verbunden ist dann dieses Modellsoftware als Service entstanden.
00:05:17: Vorreiter ist auch Salzforz.
00:05:19: In den letzten Jahren waren sie die ersten, die diese Lizenzen eigentlich aus Dienstleistungen angeboten haben und heute ist es so dass ich kein unbeschreckendes Nutzungsrecht habe.
00:05:29: also ich mieter mir das Nutzungerecht und muss jedes Jahr bezahlen.
00:05:33: Das ist ein hervorragendes Modell für die Softwarehäuser.
00:05:36: man bezahlt jedes Jahr Sie haben ein ständiges Einkommen und mit jedem neuen Kunden haben sich einen Wachstum.
00:05:44: gegebenenfalls wenn sie auch die Preise erhöhen generieren sie ebenfalls Wachstum.
00:05:49: Und die Abhängigkeit entsteht dadurch, dass man eben gewisse Hürden hat, die Software zu ändern.
00:05:57: also ich kann zum Beispiel sehr schlecht migrieren.
00:06:01: Ich kann nicht einfach so von einem Softwarehersteller auf den anderen wechseln weil das einfach teuer und manchmal auch sehr unsicher ist.
00:06:10: Ich habe die Daten nicht bei mir sondern ich habe sie beim Software-Lieferanten das heißt ich habe keine Datenkontrolle Und so entsteht natürlich auch eine Abhängigkeit.
00:06:21: Ich kann also nicht morgen sagen, ich wechsle den Anbieter und gehe zu einem anderen.
00:06:26: Da entsteht diese Abhängigkeiten mit vielen Risiken und unvorhersehbarkeiten verbunden – ich weiß zum Beispiel nicht was ich in einem Jahr oder zwei, drei Jahren für diese Lizenzen bezahle!
00:06:41: weil ich kann sowohl manchmal größere Unternehmen einen Preis fixen für eine gewisse Zeitspanne, kleineren Unternehmen gelingt das vielleicht nicht und so entstehen natürlich Kosten in den Folgejahren die man einfach nicht vorhersehen kann.
00:06:57: Aber trotzdem kann ich nicht einfach zu einem anderen Lieferanten wechseln und das ist diese Abhängigkeit.
00:07:02: Bei diesen Abhängen können Sie auch nützt... Zum Beispiel als Software-as-a-Service genannt, etwas anderes.
00:07:08: Also ein anderer Bereich der auch sehr viele Diskussionen gesorgt hat sind die VMware Lizenzen nach der Übernahme durch Broadcom und den anfallenden Preiserhöhungen.
00:07:17: Die sorgen immer noch für Diskussion.
00:07:20: Das sind Beispiele für sogenannte Vendorlock in Probleme.
00:07:26: Sind Abhängigkeiten wie riskant sind diese wirklich für die einzelnen Unternehmen?
00:07:30: Gut wenn ich einen... einen soliden oder großen Hersteller habe, einem Partner habe.
00:07:35: Dann kann ich davon ausgehen dass er auch morgen noch da ist für mich in zwei drei fünf Jahren.
00:07:42: aber ich habe keine Kontrolle über Technologien.
00:07:45: das heißt der Lieferant kann Technologie verändern sie kann Schnittstellen verändern.
00:07:51: plötzlich gehen meine meine Schnittstelle nicht mehr die Integration zu anderen Systemen funktioniert nicht mehr es entstehen mir Mehrkosten und Insgesamt die Kostenstruktur ist sehr unsicher und für mich natürlich belastend.
00:08:05: Also ich muss jedes Jahr Beträge, relevante Beträge ausgeben mit einem Potenzial für eine relativ große Erhöhung.
00:08:14: Es gibt ja große Software-Hersteller, die kommunizieren ohne hier seinen Namen zu nennen, dass sie das Ziel haben im Corporate Bereich fünfzehnprozentjährlich Preisausschlag durchzusetzen.
00:08:24: Wenn man das rechnet dann ist man in fünf Jahren auf dem doppelten Preis.
00:08:28: Und jetzt ist einfach die Frage, ist das wirtschaftlich oder ist es immer nicht wirtschaftliche?
00:08:33: Man kann nicht viel dagegen tun.
00:08:35: Wenn sich ein Schweizer Unternehmen ein kleineres oder KMU überlegt, ich möchte mir als Firma eine digitale Unabhängigkeit und gleichzeitig hat man diese... offensichtlichen Vorteile von großen Anbietern, zum Beispiel im Cloud-Bereich von Amazon, Web Services, Azure und Microsoft oder Google Cloud um jetzt nur drei große zu nennen.
00:08:58: Oder eben Softwarebereich sagt auch immer wieder für Diskussionen das Bundle von Microsoft.
00:09:07: Man möchte eigentlich versuchen, einen Weg da rauszufinden und gleichzeitig funktionieren diese Angebote.
00:09:12: Sie sind auch gut, sonst wären sie nicht so erfolgreich.
00:09:15: Wie soll ein Unternehmen mit einem solchen Zwiespalt allenfalls umgehen?
00:09:20: Gut man muss sich ehrlicherweise zugestehen eine vollständige digitaler Unabhängigkeit ist vielleicht illusorisch.
00:09:26: Also es gibt Themen, um die komme ich nicht darum.
00:09:29: Microsoft hat im Office-Dreifunfundsechzig einfach so eine dominante Stellung da das natürlich eine alternative relativ schwierig ist.
00:09:38: Es gibt Alternativen aber ich könnte mich mit solchen Themen schwättern.
00:09:45: Ich kann mir auch kaum vorstellen dass wir ein Core System ersetzen einfach so.
00:09:50: Wir sehen das jetzt bei Versicherungen zum Beispiel.
00:09:53: Das ist ein Generationswechsel, technologischer Wechsel in den Core-Systemen sehr aktuell und viele tun sich sehr schwer damit haben bis heute noch Systeme aus den neunzig oder achtziger Jahren am Laufen weil das einfach riesige Investition sind und nicht nur finanziell sondern auch für die Organisation einen riesigen Schnitt ist.
00:10:14: Da gibt es aber Themen, die ich eben abarbeiten kann.
00:10:17: also es ist keine schwarzweiß Sicht.
00:10:21: Ich kann in vielen Bereichen diese digitale Unabhängigkeit mehr schaffen.
00:10:26: Sei es bei Frontenthemen, sei es bei Integrationslösungen und bei Workflow-Themen oder Dokumentenformularthemen.
00:10:36: Und zum Beispiel auch bei der Sicherheit, die heute immer mehr und immer wichtiger wird.
00:10:41: Da kann ich mir eben diese Unabhängigkeit schaffen!
00:10:45: Das sind schon ein bisschen strategische Empfehlungen, die Sie jetzt genannt haben.
00:10:49: Die auch Unternehmen helfen können.
00:10:51: Es ist sicher kein Entscheid, den man von heute auf morgen fällen und umsetzen kann – das braucht auch Zeit!
00:10:57: Was ist der erste Punkt, wo man vielleicht oder das sind die ersten Punkte, wo er ansetzen sollte wenn man sich solche Überlegungen
00:11:03: macht?
00:11:04: Gut ausessen war würde ich mal eine Art... Analyse durchführen.
00:11:10: Also erstens mal, was habe ich für Systeme?
00:11:12: Was ist auch die Zielsetzung?
00:11:13: Was sind die alte Strategie?
00:11:15: Wohin soll es gehen in den nächsten zwei, drei, vielleicht fünf Jahren oder sogar fünf Jahre?
00:11:20: In der heutigen Zeit schon ein langer Horizont ist aber sage ich jetzt mal drei Jahre an.
00:11:25: WohIN soll das gehen und was hab' ich?
00:11:27: Was setze ich ein?
00:11:29: Und dann kann man sich sagen okay welche Systeme kann ich gegebenenfalls ersetzen?
00:11:35: Kann ich auf andere Systeme... Migrieren, die mehr eben diese Unabhängigkeit gewährleisten.
00:11:43: Hatten Sie vielleicht aus Ihrer Erfahrung auch noch ein konkretes Beispiel aus Ihrem Kundenumfeld?
00:11:49: Also müssen jetzt nicht den Namen nennen von einem Unternehmen das sich so überleben gemacht hat, der mir in eine Richtung digitale Unabhängigkeit gehen will oder auch die ersten Schritte macht.
00:12:00: was sind die konkreten Auswirkungen dann auf den Betrieb, auf Kosten und auf Wirtschaftlichkeit.
00:12:05: Darauf dass funktionieren das Unternehmens
00:12:07: Gut, also wir hatten – ich kann den Grund sicherlich nennen.
00:12:10: Das ist die Firma Einpaar hier in Dübendorf.
00:12:12: Da hatten wir ein Thema, die hatte eine Lösung im Einsatz im Kommunikationsumfeld, die sie eigentlich noch im alten Modell gekauft hatten.
00:12:23: D.h.,
00:12:24: Sie waren Besitzer dieser Nutzungsrechte, dieser Lizenz, hatten dann aber keine Upgrades mehr gekauft und waren vor der Frage gestellt, sollen wir auf eine Software-Service-Lösung gehen oder wohin soll es weitergehen?
00:12:36: Wir haben dann ein Projekt umgesetzt und haben die Lösung im Open Source Modus eingeführt.
00:12:44: Die Anforderung war ebenfalls auch, wir möchten sie nicht on-premise betreiben intern sondern in einer Cloudumgebung.
00:12:53: Das heißt, wir haben das Ganze in eine Cloudumbankgebung implementiert Und heute ist es so, dass die MPa keinerlei Lizenzkosten mehr hat.
00:13:02: Die Lösung voll unter Kontrolle hat wie technologisch und auch finanziell.
00:13:07: Also sie laufen keine Kosten – also gut wie keine Kosten mehr an für Entwicklung oder für Lizenzen sondern vielleicht für kleine Veränderungen, die dann eben ab und zu mal kommen, kleine Änderungswünsche.
00:13:21: Wir garantieren die Wartung aber sonst fallen keinerlei laufenden Kosten mehr an Und das ist natürlich in einem Horizont, den man im Rechnen als Total Cost of Ownership seit fünf oder zehn Jahre schon sehr relevant.
00:13:35: Mit diesem Beispiel von EMPA können wir elegant zu unserem zweiten Schwerpunkt hinübergehen – Sie haben ihn genannt Open Source.
00:13:43: auch das ein Thema, das sehr präsent ist und auch bei Unternehmen, vor allem auch in der Schweiz.
00:13:51: Es ist eigentlich, Open Source ist angekommen schon lange.
00:13:55: Ist auch in Unternehmen, in Software und anderen technischen Landschaften zum Teil zum Standard geworden.
00:14:02: Ist kein Nischenprodukt mehr in diesem Sinne.
00:14:06: Es gibt Zahlen oder Analysen das ungefähr ein Drittel aller Firmen in der Schweiz aktiv Open Source einsetzt und nutzt und bei den Großunternehmen dürfte der Anteil sogar noch ein bisschen höher sein.
00:14:18: Teilen Sie diese Einschätzung?
00:14:21: Ja, also gut.
00:14:22: Ich kenne die Zahlen jetzt nicht aus eigener Sicht aber das ist natürlich wünschenswert.
00:14:27: Open Source ist ein Weg zu dieser digitalen Abhängigkeit.
00:14:30: Das heißt wenn ich eine Open Source Lösung einsetze dann habe ich technologische Kontrolle.
00:14:37: Also ich weiß welche Technologie da sich einsetzen.
00:14:40: Ich bezahle keine Lizenzen.
00:14:41: Es ist vielleicht auch wichtig zu wissen, dass es verschiedene Open-Source-Lizenzarten gibt.
00:14:46: Man muss natürlich aufpassen, welche Lizenzart bei dem einzelnen Produkt angeboten wird.
00:14:51: Das ist auch wichtig, dass man ein Produkt wählt und das Standardtechnologien unterstützt, also nicht irgendwelche proprietären Technologien.
00:14:59: Es isst auch wichtig ,dass sich die Community anschaut, da eben eine mittellängerfristige Weiterentwicklung vorauszusehen ist.
00:15:10: Und dann kann ich eben dieses Produkt nehmen, ich kann es anpassen.
00:15:14: Ich kann es betreiben, sei es in einer Cloud oder bei mir in der Infrastruktur.
00:15:19: Sei es durch einen Partner zum Beispiel und habe aber diese Abhängigkeit A für die Kosten nicht mehr und B auch für die Technologien.
00:15:30: Das ist ein riesiger Mehrwert weil... Wie gesagt, wenn man die Technologie und die Daten nicht unter Kontrollart gerade in der heutigen Zeit, dann ist es doch irgendwie ein mulmiges Gefühl.
00:15:43: Wenn man die Daten irgendwo in einer Lösung hat, die irgendwo in der Welt betrieben wird – selbst wenn man Verträge hat, dass sie vielleicht in Europa betrieben werden muss….
00:15:53: Aber ich kann nicht jederzeit auf die Daten zugreifen.
00:15:56: Wenn der Hersteller nicht mehr da ist, dann habe ich ein Problem und wenn ich mich entscheide eben zu wechseln, dann hab' ich auch einen Migrationsproblem weil die Daten nicht immer so einfach migrierbar sind.
00:16:08: Und das alles bietet mir eben Open Source und diese Freiheit und diese Unabhängigkeit eben dieser digitale Unabhängigkeit.
00:16:16: Sie haben Preismodelle erwähnt?
00:16:17: Das ist vielleicht immer mal wieder wichtig auch zu betonen gewisse Leute haben das Gefühl, Open Source ist immer gleich gratis.
00:16:26: Weil es gibt zum Beispiel für Privat-User verdankenswerter Reise.
00:16:29: Entwickel Community ist die Appsentwicklung, die man nutzen kann und nichts dafür bezahlen muss.
00:16:33: Das ist aber nicht so dass Open Source gleich gratisch ist?
00:16:37: Nein!
00:16:38: Es ist nicht gratis, aber es ist weit gefehlt mit den vielstelligen Beträgen für Lizenzkosten.
00:16:45: klar
00:16:46: Wenn wir jetzt wieder so, ich muss in der Schweiz anschauen im Hinblick auf Open Source Projekte und das Potenzial als Open Source Lösungen auch für Unternehmen haben können.
00:16:57: Wo können Sie am meisten profitieren?
00:16:59: Ich habe ein paar Sachen schon erwähnt.
00:17:02: für eine Verwaltung... Öffentliche Verwaltung, das ist ein größeres Gebilde.
00:17:06: Wenn da Umstellungen laufen – auch da gibt es Bestrebungen – in Deutschland wird immer im Moment sehr gerne als Beispiel Schleswig-Holstein genannt, wo eine ganze Verwaltung jetzt auf Open Source umstellt oder schon umgestellt hat.
00:17:21: Wie sieht das bei kleinen Unternehmen aus?
00:17:22: Was kommt auf diese zu bei solchen Umstellungsprojekten?
00:17:26: Nun, wie gesagt ... einer Lüsephase, die man eigentlich durchführen sollte.
00:17:32: Dass man eben auch sagt okay was habe ich?
00:17:34: Was kann ich damit machen und wo kann ich es am besten einführen?
00:17:39: Wir waren in einer Bank und haben gewisse Themen zum Beispiel als Beispiel spezifiziert.
00:17:45: aber dann wurde der Entscheid von den Geschäftsleitungen getroffen dass man ganz andere Themen bearbeiten sollte, die dann gar nicht so einfach waren.
00:17:53: Zum Beispiel ein Microsoft zu ersetzen.
00:17:58: Ja, ich denke das Interessante an Open Source ist eben auch.
00:18:01: Ich muss nicht irgendwelche große Lizenzen kaufen um es auszuprobieren sondern ich kann eigentlich so fast labormäßig diese Lösungen selber oder von einem Partner installieren.
00:18:14: Ich kann überschaubar mit überschaobaren Kosten gewisse Proof of Concepts laufen lassen, ich kann Testläufe laufen lassen.
00:18:22: Ich kann mich herantasten herausfinden ist dieser Lösung ein Mehrwert für unser Unternehmen oder eben nicht ohne dass sich eben gleich in große Investitionen gehen muss und das ist für gerade KMUs sicherlich ein riesiger Vorteil.
00:18:37: aber man muss auch sehen auch in der Verwaltung ist es ein Thema.
00:18:40: also wir haben über einen Partner Data Warehouses im Open Source Umfeld aufgebaut oder Buste Data Warehouses im Public-Bereich und die laufen bis heute.
00:18:54: Und läuft robust, für diese Verwaltung fahren da auch keine Lizenzkosten an diesem Sinne.
00:19:00: Das sind Vorteile, wir haben jetzt einige Vorteile gehört von Open Source Lösungen.
00:19:07: Gibt es auch Hürden bei der Einführung?
00:19:10: Beinache bei der Erwartung beim Betrieb?
00:19:13: Im Vergleich zu vielleicht proprietären Lösungen.
00:19:17: Es ist einfach eine andere Vorgehensweise.
00:19:22: Wenn ich eine properteile Lösung kaufe, dann habe ich einen Hersteller der mir vertraglicht die Weiterentwicklung in dem Sinne garantiert, den vielleicht ich gar nicht will.
00:19:36: aber das ist so bei Open Source Communitys schon auch der Fall, aber ich habe keine rechtliche Anlage dafür.
00:19:48: Ich könnte davon ausgehen, dass bei lizenzierten Produkten der Drive zu den top neuesten Themen und Technologien – ich habe Best Practice Ansätze.
00:19:56: Also wenn ich mir ein ERP-System kaufe zum Beispiel dann kauf' ich mich ja auch das Knowhow dieses Systems.
00:20:03: also wie soll meine Geschäftsprozesse intern ablaufen und nicht?
00:20:09: Bei einer Open-Source-Lösung habe ich das zwar auch, aber vielleicht dafür keine Lizenzkosten bezahle.
00:20:16: Da habe ich auch keine richtige Handhabe dafür.
00:20:18: Das ist natürlich die andere Seite der Medaille.
00:20:23: Andererseits, wenn ich mir eben eine starke Community aussuche, dann sind diese Open Source Modelle sehr ähnlich den lizenzierten Produkten natürlich.
00:20:32: Aber wie gesagt es gibt Themen die würde ich jetzt auch nicht über ein Open Source Thema abdecken.
00:20:38: Da finde ich wohl auch kaum Open Source Produktes, eben dieser RP-Lösung zum Beispiel.
00:20:43: oder wenn ich einen Core Banking System suche oder für die Versicherung ein Core System Da würde ich wohl kaum eine Lösung im Open Source-Umfeld finden.
00:20:52: Aber die Themen rundherum, die ich schon erwähnt habe, Frontendintegrationen, Daten und Sicherheit
00:21:00: usw.,
00:21:01: sind sehr wohllösbar.
00:21:04: Thema Sicherheit – Open Source hat ja das Wort offen.
00:21:09: Gibt es auch Sicherheitsbedenken?
00:21:10: Kann es Sicherheitsbedenken geben beim Einsatz von Open Source Lösungen?
00:21:15: Nein!
00:21:18: gleichzustellen mit kommerziellen Lizenzen.
00:21:22: Es gibt keine Lösung, die fehlerfrei ist.
00:21:25: Aber das Interessante an der Lösung ist natürlich dass die Community wenn sie stark genug ist muss schon eine Lösung suchen, die eine starke Community im Hintergrund hat.
00:21:36: dann wird sie sehr gut getestet.
00:21:38: und es ist auch so wie bevor wir mit einem Kunden eine Lösung einsetzen durchläuft die ebenfalls sehr starke oder intensiven Testläufen Und nicht nur Funktionalen, sondern auch Penetrations-Tests im Sicherheitsumfeld.
00:21:54: Da wird ein Code Review gemacht und so weiter... Also ich glaube vom Sicherheitsaspekt ist sie genauso gut wie licenzierte Lösungen die eben ja auch Bugs haben.
00:22:05: Es gibt keine bugfreie Lösung.
00:22:07: Im öffentlichen Bereich haben wir zwei Sachen die kommen sollen oder bereits mal ran laufen sind oder getestet werden.
00:22:14: Das eine ist die EID Nächstes Jahr, also der Schweizerische elektronische Identitätsnachweis, der nächstes Jahr eingeführt werden soll.
00:22:23: Sondern ist das sogenannte E-Voting, also das elektronisch Abstimmen und Weilen, dass mit einem System der Post im Moment geprobt wird von verschiedenen Kantonen.
00:22:33: Und da hat ja auch Open Source Elemente und die Sicherheit getestet über die Community, über ethische Hacker.
00:22:39: Also es ist ein Weg für sie auch um das Sicherheit zu gewährleisten.
00:22:43: Absolut!
00:22:45: Und ich meine, Sicherheit ist heute allgegenwärtig.
00:22:47: Das ist eben auch durch diese geopolitische Lage jetzt – auch durch das wirtschaftliche Konkurrenzverhalten, sei es mit China zum Beispiel und den USA oder Europa werden.
00:23:00: Wir sehen natürlich auch durch die politische-geopolitische Spannung immer mehr Angriffe.
00:23:06: Natürlich unterstützt du
00:23:08: K.I.,
00:23:09: dabei gibt es immer mehr Angriffe.
00:23:13: Wir bieten natürlich auch den Kunden, dass wir das natürlich laufende Monitoren, also die ganze Sicherheit ist unter einem laufenden Monitoring unterstellt und entsprechend eben auch diese Attacks abwenden so, dass der Kunde immer sicherer ist.
00:23:31: Wir sehen viele Vorteile von Open Source Lösungen.
00:23:34: Wir können wirklich auch vor diesen zum Beispiel geopolitischen Hintergründen sogar von einem Open Source
00:23:39: Boom
00:23:39: sprechen.
00:23:40: zumindest in Europa Gibt es trotzdem Sachen, die die Open Source bremsen?
00:23:47: Sei es der Fachkräftemangel.
00:23:48: Fehlende Ressourcen, fehlendes Know-how, fehlnde Updates – gibt das da auch Bremskötze?
00:23:58: Ich glaube also wir sind im Open Source Umfeld seit ... ... zwei Tausend Sieben also fast zwanzig Jahren in diesem Umfeld tätig.
00:24:06: ich sehe Der Vorteil von oben.
00:24:08: so ist auch, dass es eben, also wenn man die richtigen Lösungen wählt, dass sie auf Standartechnologien basieren.
00:24:14: Das heißt ich kann eben auch Unternehmen, andere Unternehmen oder auch Ressourcen und Leute Entwickler mit einbeziehen, die diese Standartehnologien beherrschen und dann nach einer gewissen Seite eben noch dieser Lösung supporten können.
00:24:30: Das bietet mir eben auch diese Unabhängigkeit, dass ich nicht an einem Partner gebunden bin sondern eben auch entsprechend anderer Partner einsetzen kann.
00:24:39: Bremsklötze würde ich nichts sagen.
00:24:41: es ist einfach so das obwohl sie von einem Boom sprechen erstaunliche Weise wenn ich an gewissen Konferenzen mit vielen Leuten mich austausche manchmal das Thema doch noch nicht so bekannt ist gerade auf Führungsetage Und man denkt, dass man sich mit einem teuren Produkt eine gewisse Sicherheit kauft und im Hinterkopf doch hat das Open Source eine gewissen Unsicherheit da ist.
00:25:13: Da ich am Zweifelsfall kaum jemanden belangen kann.
00:25:16: aber wenn sie dann auch die Verträge etwas tiefer studieren dann werden sie wohl kaum Microsoft irgendwo belangen können für ein Softwarepark zum Beispiel Und die Wartpaket.
00:25:28: im Gegenteil ist viel einfacher.
00:25:30: Wir sind ja zum Beispiel auch Adobe Partner als das zu erwähnen, seit zwanzig Jahren haben wir sehr viele Projekte umgesetzt in dem Workflowbereich und so weiter.
00:25:40: Als kleines Beispiel gab es ein Fehler in der Software.
00:25:44: Das ist nichts Überraschendes.
00:25:46: wie gesagt Es gibt keine fellerlose Software.
00:25:50: Nur ist es dann eben so, wir haben uns dann irgendwie durchgekämpft über den Support bis in die USA.
00:25:55: Man hat dann eingesehen ja da ist ein Bug und hat uns mitgeteilt dass das in einem neuen Release behoben wird.
00:26:02: nur das Problem war der Kunde konnte nicht arbeiten.
00:26:05: also ein Prozess lief nicht durch.
00:26:08: nun in einem Open Source Umfeld gehe ich hin korrigiertem Fehler.
00:26:12: der Kunden arbeitet weiter.
00:26:13: hier hätte er jetzt monatelang warten müssen und der Prozess wäre nicht gelaufen.
00:26:21: Wir haben dann einen kleinen Trick angewandt, aber der war vom Hersteller ganz und gar nicht so gut aufgenommen worden.
00:26:29: Aber wir haben einfach im Sinne des Kunden entsprechend agiert.
00:26:34: Und das hat sich dann erledigt durch das Upgrade, dass dann irgendwann mal ein paar Monate später gekommen ist.
00:26:39: Aber man isst natürlich als Schweizer Unternehmen ein kleiner Player wenn man in den USA anruft und sagt Hallo bei mir tut was nicht!
00:26:47: wenn das nicht ganz oben auf der Liste steht, dann wartet man und das ist bei Open Source nicht zu fahren.
00:26:53: Aber es gab keine eingeschriebene Klage oder eine Season.
00:27:01: Ich sage jetzt mal diesen Workaround nicht weiter verwenden weil es hätte ja wie Sie sagen für das Unternehmen die können nicht mehr arbeiten,
00:27:07: d.h.,
00:27:09: der Betrieb steht still.
00:27:10: Es
00:27:10: gab ein böses E-Mail und das war's!
00:27:15: Man wusste ja, dass das ein Backwarn.
00:27:17: Dann will man vielleicht keine schlechte Publiste ziehen und auch einen größeren Stil.
00:27:23: Das sind gewisse Hürden die wir jetzt genannt haben aber nach sehr vielen Vorteilen.
00:27:27: Wir haben digitale Sohnitätopenzus jetzt behandelt.
00:27:30: Gewisse KI-Haben werden nur am Rande erwähnt.
00:27:32: Auch ein sehr großes Thema, das sich in einem anderen Podcast bei uns wieder einmal ein Thema sein wird In all diesen Diskussionen die im Moment laufen und Veränderungen, wenn Sie da mit Ihrer langjährigen Erfahrung darauf blicken.
00:27:48: Was macht Ihnen im Moment für die neue Zukunft am meisten Mut?
00:27:51: Welche Entwicklung?
00:27:53: Mut macht mir das, dass viele Unternehmen doch inzwischen eingesehen haben, dass Technologien ihnen helfen können in der Entwicklung des Unternehmens, dass Digitalisierung unabdingbar ist Und dass es eben auch ein Mehrwert ist.
00:28:09: Ich möchte jetzt hier nicht ins Feld der KI gehen, weil das wäre ein sehr großes Thema und ist eigentlich heute ein Riesen, ich möchte es auch nennen, ein Boom.
00:28:21: aber wir sind auch immer die Sicherheitsaspekte.
00:28:23: was mir anliegen ist, dass man im Laufe einer Digitalisierung immer auch die Sicherheit im Hinterkopf hat.
00:28:31: Weil wenn ich Prozesse digitalisiere, zum Beispiel Digitalen Datenausdaubschabe, wenn ich Kunden digital einen Zugriff gestatten in meinem System.
00:28:42: Sei es ein Bestellsystem eine Kundensone mit Partnern digital arbeiten dann entstehen eben auch immer Angriffsflächen und das ist ganz wichtig dass man sich hier dessen auch bewusst ist.
00:28:54: aber Mut gibt es schon mehr.
00:28:56: Ich finde sehr positiv dass eigentlich fast alle Unternehmen sich dessen bewusst sind Dass Digitalisierung heute notwendig ist.
00:29:04: Und ich denke auch, wenn man schaut – gerade bei KI hat man das Gefühl ja die nimmt uns Arbeitskräfte weg oder es fahren gewisse Arbeitskräften weg.
00:29:14: Aber wenn wir die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft anschauen dann sind wir fast gezwungen produktiver zu werden weil es gibt immer weniger junge Arbeitskräftee und entsprechend ist Digitalisierung ein Muss.
00:29:30: Ich danke Ihnen, Herr Stephanek für dieses Schlusswort das nochmal gut zusammenfasst wo wir im Moment auch bei IT-Themen stehen in der Schweiz und Europa global.
00:29:42: Ich bedanke mich herzlich für den Besuch hier in unserem Studio und die interessanten Einblicke!
00:29:48: Ich danke ihn sehr.
00:29:49: auch es war meine Freude und vielen Dank.
00:29:55: Das war die IT Woche ein Podcast Redaktion von InsideIT.
00:30:00: Diese Ausgabe entstand in Zusammenarbeit mit dem Digital Business Transformation Forum.
00:30:07: Ihnen Geschätzte zuhören und zuhör, bedanke ich mich fürs Zuhören!
00:30:11: Und wir hören uns demnächst in einer weiteren Ausgab von die IT-Woche.